Den Heiligen auf der Spur - Die Heilige Helena

An Halloween ziehen Kinder als kleine Hexen oder Teufel verkleidete durch die Straßen, klingeln an der Tür und erfragen Süßes oder Saures? Nicht so in Hannberg!
Es schien fast so wie das gallische Dorf und Asterix gegen die Römer. Im Fernsehen wurde auf allen Kanälen von Halloween-Partys berichtet. Es gab Tipps für Kinder zum Basteln des gruseligsten Kostüms, Gesicht schminken und Verwendung von künstlichem Blut. Der amerikanische Halloween-Trend schien vollends Deutschland erreicht zu haben. Das dies im Extremfall zu großem Schaden führen kann zeigte eine Nachricht aus Südkorea, als bei einer Massenpanik bei einem Halloween-Event dieses Jahr hunderte von Menschen zu Tode gekommen sind.
Ein Team von jungen Eltern in der Pfarrei Hannberg geht seit fast 10 Jahren konstant einen alternativen Weg: Den Heiligen auf der Spur – eine kreative Nachtwanderung für Kinder.
So war es auch dieses Jahr. Zur achten Auflage von „Den Heiligen auf der Spur“ fanden sich am Vorabend von Allerheiligen eine große Anzahl an Kindern, Jugendlichen mit ihren Eltern und Großeltern ein. Der ganze Innenhof der Wehrkirche in Hannberg war mit 300 Menschen gefüllt. Es sollte das Leben der Heiligen Helena erzählt werden.
Vor dem bunt beleuchteten historischen Pfarrhaus standen sechs Kinder und Jugendliche in historischen Kleidern auf einer Bühne. Um sie herum gab es Jugendliche und Erwachsene mit Fackeln und alle Kinder hatten Kerzen in ihren Händen. Das Lichtermeer wurde von der farbig beleuchteten Pfarrkirche und dem Pfarrhaus umrahmt.
Joachim Aumann spielte den Erzähler und führte in die Geschichte ein. Sie spielt vor 1800 Jahren, der Spielort in der antiken Türkei wird kurzerhand nach Hannberg gelegt. Die Kinder hatten ein Theaterstück in 5 Akten vorgebereitet. Bei dem Rundgang durch das Dorf Hannberg wurden Stationen an den Wirkungsorten der Heiligen Helena gelegt: Ein türkisches Dorf, die Städte Trier, Rom und Jerusalem – und das alles in Hannberg. Am Dorfbrunnen stellte sich erstmals die historische Helena vor, gespielt durch Isabel Willert. Die Felsenkeller wurden zu Katakomben des historischen Roms als der spätere Kaiser Konstantin ins Bild kam. In einfachen, kindgerechten Szenen erklärten die Kinder in ihrer Geschichte wie Helena als treibende Kraft das Christentum im 3. Jahrhundert als Weltreligion etablierte und auf ihrer Reise nach Jerusalem Reliquien vom Kreuz Christi nach Rom und Trier in Deutschland brachte.
Vier weitere Kinder stellten Fragen an den Erzähler und die Helena-Darstellerin. Durch die einfache Sprache der Kinderfragen und der Antworten konnten die Kinder in die Geschichte eintauchen. „Das ist ja fast so echte wie ein Film in YouTube und wir konnten echt dabei sein“ fasste die 11-jährige Jessica Avola das Stück am Ende zusammen. Und die Schauspielerin Lia Habermann schloss das Stück ab mit den Worten „Wir haben jetzt viel gelernt, doch da ist ja unser Pfarrer Johannes Saffer, lasst uns ihn fragen, ob er die Nachtwanderung mit seinem Segen abschließen möchte“, was er natürlich tat.
Nach dem Theaterstück hatten die Helfer der Pfarrei eine riesengroße Feuerschale aufgestellt und angezündet und es gab süße Waffeln und Kinderpunsch gratis für Kinder. Die Eltern konnten sich bei Glühwein, Pizzabrötchen und Würstchen noch über die Heilige Helena und das Engagement der Pfarrei Hannberg unterhalten. Zum Abschluss des Abends war sich ein Familienvater mit seinen Kindern einig: „Der Abend in Hannberg war interessant und hat unseren Kindern Spaß gemacht. Und das auch ohne Süßigkeiten, Blut und Grusel. Die Nachtwanderung in Hannberg muss auch im nächsten Jahr weiter gehen“.


