Großenseebach bekommt eine Kirche
Schon in den 1930er Jahren und erneut in den 1960er Jahren entstand in Großenseebach der Wunsch nach einer eigenen katholischen Kirche. Es dauerte jedoch bis zum Jahr 1984, bis ein Kirchenbau-Förderverein gegründet wurde, dessen Ziel die Errichtung eines eigenen Gotteshauses war.
Nach vielen Gesprächen genehmigte die Erzdiözese Bamberg im Jahr 1987 das Bauvorhaben. Mit der Planung wurden die Architekten Bernhard und Erich Popp aus Herzogenaurach beauftragt. Die Verantwortung für das Bauprojekt übernahm die am 7. Juni 1994 gegründete Filialkirchenstiftung St. Michael.
Nach der baurechtlichen Genehmigung durch das Landratsamt Erlangen-Höchstadt erfolgte am 23. Juni 1995 der erste Spatenstich. Die Grundsteinlegung fand am 18. November 1995 statt.
Am 6. April 1997 wurde die Filialkirche St. Michael durch Weihbischof Werner Radspieler feierlich geweiht. Damit erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch der Gemeinde Großenseebach nach einem eigenen Gotteshaus.
Der Kirchenraum und seine Gestaltung
Das quadratische Kirchengebäude ist in seiner Gestaltung auf die Mutterkirche Geburt Mariens in Hannberg ausgerichtet. Die künstlerische Gestaltung des Innenraums wurde dem Künstler Wolfram Walter übertragen, der später auch die Skulptur des Kirchenpatrons schuf.
Bereits beim Betreten der Kirche fallen die blauen Farbglasfenster auf. Die Farbe Blau steht für das lebensspendende Wasser. Im sechseckigen Altarfenster ist Jesus Christus selbst als das „Wasser des Lebens“ dargestellt.
Auch die kupferbeschlagene Eingangstür greift eine besondere Symbolik auf. Sie zeigt im oberen, dreieckigen Bereich die himmlische Dimension und im unteren, viereckigen Bereich die irdische Welt. Die dargestellten Motive verdeutlichen die Spannung zwischen Schöpfung und moderner technischer Welt. Über allem steht das göttliche Licht als Zeichen des auferstandenen und wiederkehrenden Christus.
Vierzehn Kreuzwegstationen umlaufen die Wände der Kirche. Die Marienfigur aus Bronze zeigt Maria als „Sitz der Weisheit“: Sie trägt und unterstützt ihren Sohn, ohne ihn zu binden.
Ein Glockenturm kommt dazu
Aus Kostengründen wurde die Kirche zunächst ohne Glockenturm errichtet. Der Wunsch nach einem eigenen Geläut blieb jedoch bestehen. Durch den Kirchenbauverein, die Filialkirchenverwaltung und den Michaelsverein wurden Planung und Finanzierung eines Glockenturms vorangetrieben.
Im Jahr 2007 wurde der freistehende Turm neben dem Kirchengebäude als sogenannter Campanile errichtet. Die drei Glocken wurden am 26. Juni 2007 in der Glockengießerei Perner in Passau gegossen.
Die größte Glocke ist dem Kirchenpatron, dem Erzengel Michael, geweiht und zeigt ihn als Drachentöter. Die mittlere Glocke trägt das Patrozinium der Gottesmutter Maria und zeigt ein Abbild der Marienstatue aus der Mutterpfarrei Geburt Mariens Hannberg. Die kleinste Glocke ist dem heiligen Josef gewidmet.
Die Weihe der Glocken erfolgte am 15. September 2007 durch Weihbischof Werner Radspieler. Der fertiggestellte Turm wurde am 9. Dezember 2007 durch Pfarrer Lars Rebhan gesegnet.
Pfarrer Herwig Gössl brachte die Bedeutung des neuen Glockenturms beim ersten Spatenstich auf den Punkt:
„Die Errichtung dieses Turmes ist Ausdruck unseres Glaubens, dass Gott in unserer Mitte wohnt und dass er auch immer den Mittelpunkt unseres Lebens bilden soll.“
Im Jahr 2017 wurde der Glockenturm durch zwei Uhren ergänzt, jeweils eine auf der südlichen und nördlichen Seite seiner Fassade.
Der Heilige Michael als Patron der Kirche
Bei älteren Kirchen erschließt sich das Kirchenpatronat häufig durch Bilder oder Heiligenfiguren am Hochaltar oder in Seitenkapellen. Bei modernen Kirchen ist dies nicht immer der Fall.
So entstand in Großenseebach der Wunsch nach einer sichtbaren Darstellung des Kirchenpatrons. Die Filialkirchenverwaltung und der Michaelsverein beauftragten deshalb den Künstler Wolfram Walter mit der Gestaltung einer Skulptur des Erzengels Michael.
Am 29. September 2011, dem Fest der Erzengel, wurde die neue Skulptur im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes von Erzbischof Dr. Ludwig Schick gesegnet und ihrer Bestimmung als Zeichen des Kirchenpatrons übergeben.
